Ein von mir ständig angesprochenes Thema ist, dass die Mehrheit der Top-Pokerspieler dazu neigen, pessimistisch zu sein. Es wird nicht gesagt, dass sie sich nicht ihrer Pokerfähigkeiten sicher sind, natürlich sind sie sich derer sicher, aber sie wissen auch, dass Glück unbeständig ist. Ihre Pokererfahrung hat ihnen das Schlechteste gezeigt, was die Poker-Götter ihnen und anderen Spielern antun können.
Das komplette Gegenteil davon sind die unerfahrenen oder einfach schwachen Pokerspieler, die oft fröhlich, allzu optimistisch mitteilen, dass sie ihren Draw fangen werden. Sie haben meisten eine gute Zeit, wenn sie ihn gefangen haben, vergessen dabei aber, wie viel es sie in der Vergangenheit gekostet hat, wenn sie ihn verpassten.
Was bedeutet denn, eine gesunde, pessimistische Einstellung zum Poker zu haben?
Einige nützliche Beispiele: a) Sie sollten auf den schlechtmöglichsten Spielausgang vorbereitet sein. Wenn Sie ein Spiel, mögen, wägen sie ab, was ihnen schlimmstenfalls passieren kann. Wenn die Konsequenzen für Sie akzeptabel sind, spielen sie, wenn nicht, suchen Sie nach einem anderen Spiel.
Ein praktisches Beispiel wäre, einem No-Limit Spiel beizutreten. Es beginnt schief zu gehen, was wohl unvermeidlich irgendwann jedem Pokerspieler passiert. Sie haben 2 oder 3 Buy-Ins verloren, bevor Sie das Spiel verlassen konnten. Wenn Sie dasselbe Spiel weiter spielen, könnte es noch schlechter werden. Überlegen Sie sich potenzielle Folgen, sowohl gute als auch schlechte, und legen Sie gleiches, wenn nicht größeres Gewicht auf den schlechten Ausgang.
b) Ein anderes Beispiel: Sie haben für eine längere Zeit gut abgeschnitten, weil Sie gut gespielt und gleichzeitig Glück hatten. Das ist eine prekäre Situation. Larry W.Phillips schreibt darüber in seinem Buch „Zen and the Art of Poker”. Selbstgefälligkeit kann Ihrem Spiel dann unterlaufen, wenn Sie Ihre Hand optimistischer sehen, als Sie es bei schlechteren vorhergehenden Spielen tun würden.
Nachdem ich letzte Woche meine wohl allerbeste gewonnene Poker-Serie genossen hatte, bemerkte ich letzte Woche, dass die Euphorie sich auch in mein eigenes Spiel eingeschlichen hat. In meinem Lieblingspokerbuch „Zen and the Art of Poker” wird diese Erscheinung erwähnt und sie hat mich aus einer Art Lethargie geweckt.
Deswegen habe ich zeitweilig aufgehört, Holdem zu spielen, denn ich brauche eine gesunde Portion des Pessimismus, um mein Spiel zurückzukriegen. Ich glaube es hat mir schon geholfen, diesen Artikel über dieses Thema zu schreiben.
Everest Poker gehört sicherlich zu unseren Lieblingspokerräumen!
Somit hatte ich auch Gelegenheit, andere Poker-Varianten kennen zu lernen. In den letzten Monaten habe ich ab und zu Omaha studiert und habe es auch ein bisschen gespielt. Ich glaube es ist der passende Zeitpunkt für mich, das Spiel zu üben. Ich werde wenigstens nicht mehr selbstgefällig oder allzu selbstsicher sein, wie wenn ich Holdem spiele.
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